Praxisgemeinschaft für Integrative Lernförderung
   
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Wie wir arbeiten

Beispiel Marina mit einer LRS

Frau M. freut sich, dass sie mit einer Lerntherapie für ihre Tochter beginnen kann. Sie hat über außerunterrichtliche Lernhilfen (AUL) der Schulbehörde eine Bewilligung erhalten. Noch am selben Tag ruft sie bei „GRIPS – Praxisgemeinschaft für integrative Lerntherapie“ an. Hier hört sie an diesem Morgen ein Anrufbeantworter, weil die Lerntherapeutinnen vormittags in Schulen und nachmittags in den Räumen von GRIPS e.V. mit Kindern lerntherapeutisch arbeiten. Frau M. hinterlässt in ihrer Nachricht, wann sie am besten zu erreichen ist und welche Termine ihr für ein Erstgespräch und die Förderstunden ihrer Tochter am besten passen. In unserem Rückruf vereinbaren wir die entsprechenden Termine.

Zum Erstgespräch kommt Frau M. zusammen mit Herrn F., der nach der Trennung von ihrem Mann seit einiger Zeit die väterlichen Erziehungsaufgaben übernommen hat. Anhand eines Anamnese-Fragebogens stellt die Lerntherapeutin einen Leitfaden für dieses Gespräch zur Verfügung und nimmt die Informationen auf. Sie erhält so einen ersten Eindruck der bestehenden Schwierigkeiten. Frau M. und Herr F. informieren sich ihrerseits und äußern ihre Hoffnungen und Erwartungen.

Im Folgenden werden zwei bis drei Termine vereinbart, zu denen Marina wegen der Förderdiagnose kommen soll. Marina bearbeitet einige Arbeitsblätter, löst Aufgaben in verschiedenen sensorischen Bereichen, schreibt und liest etwas vor.

Mit der institutseigenen Diagnose werden ihre Fähigkeiten festgestellt und ein individueller Förderplan erstellt. Dieser wird mit den Eltern besprochen.

Der individuelle Förderplan

  • berücksichtigt alle Bereiche, die auf das Lesen, Schreiben und Rechnen Einfluss haben,
  • legt fest, wie das Kind seine Fähigkeiten nach seinen Erfordernissen und Möglichkeiten steigern kann.

Für Marina sind 25 Einheiten integrative Lernförderung, einmal wöchentlich vorgesehen. Da ihre Ressourcen (Stärken) besonders im kreativen Bereich wie Musik, Kunst und Tanz liegen, werden besonders ihre Ideen in die Arbeit an Wörtern und Texten mit aufgenommen. Sie denkt sich selbst Spielregeln, Bewegungs- und Schreibaufgaben aus. Nach einigen Stunden beginnt sie sogar selbst, gemeinsam mit der Therapeutin, die nächste Stunde zu planen. So erarbeitet sie sich Schritt für Schritt den Schreiblehrgang. Sie empfindet die Stunden trotzdem nicht als Arbeit. Allmählich gewinnt Marina wieder mehr Zutrauen in ihre Fähigkeiten, auch was das Lesen und Schreiben betrifft. Die Eltern und der/die Lehrer/in bemerkt eine zunehmende Motivation, sich mit schriftlichen Aufgaben zu befassen.